Projekt Friesennest unterstützt die Kinder krebskranker Eltern - 29.11.11
Wie erleben es Kinder, wenn ihre Eltern an Krebs erkranken? Wenn sich plötzlich das Leben der ganzen Familie verändert? Wenn häufige Arztbesuche, Behandlungen und Krankenhausaufenthalte den familiären Alltag bestimmen? Knapp 150.000 Kinder in Deutschland, deren Mutter oder Vater an Krebs erkrankt sind, leben noch zu Hause. Ohne Unterstützung zeigt die Hälfte von ihnen schulischen Leistungsabfall, Verhaltensauffälligkeiten oder soziale Isolation.
Das ist vermeidbar und genau an dieser Stelle setzt das Konzept „Friesennest“ an. Das Projekt zur Unterstützung Kinder krebskranker Eltern wurde 2008 ins Leben gerufen und erweitert das vielfältige Angebot des Haus Leben Leipzig. Das Haus Leben Leipzig gehört zum Klinikum St.Georg gGmbH und wurde vor fünf Jahren als Begegnungs- und Informationszentrum rund um Tumorerkrankungen gegründet. Seitdem leistet das Haus einen wichtigen Beitrag in der ambulanten Krebsnachsorge. Tumorpatienten und deren Angehörige erhalten die Möglichkeit, psychologische und sozialrechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Außerdem steht ihnen ein vielfältiges Angebot an Informationsmaterial und thematischen Vorträgen, Vorsorge und Früherkennung sowie Kursen in den Bereichen Bewegung, Entspannung und Kreativität zu Verfügung.
Bei einer Krebserkrankung in der Familie richtet sich alle Aufmerksamkeit vorwiegend auf das betroffene Elternteil. Häufig wird dabei vernachlässigt, dass die nicht selbst erkrankten Kinder die neue Situation besonders intensiv wahrnehmen. Projektkoordinatorin des Haus Leben Leipzig Michaela Bax weiß, dass die Erkrankung der Eltern mit Sorgen, Ängsten und Unsicherheiten der Kinder und Jugendlichen verbunden ist. In der Regel steht keine Betreuung und Begleitung für diese Kinder zur Verfügung, da ihr Leidensdruck unterschätzt und nicht ausreichend berücksichtigt wird.
Ein professionelles Team aus Psychologin, Familientherapeutin, Kunsttherapeutin und Sozialarbeiterin bietet den Familien kostenfreie Informationen, Beratung und Begleitung an. Ausführliche Gespräche sollen allen Beteiligten helfen, einen eigenen Umgang mit dieser neuen Situation zu ermöglichen. Darüber hinaus begleitet eine Kunsttherapeutin die Kinder über einen längeren Zeitraum im „Friesennest“. Hier haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, in kreativer Werkstattatmosphäre zu zeichnen, zu modellieren, zu entspannen und zu experimentieren.
„Im freien Gestalten können verborgene Gefühle, Wünsche und Fantasien wahrgenommen und ausgedrückt werden. Die Kinder erleben eigene Stärken und Fähigkeiten und erfahren so hilfreiche Unterstützung bei der Bewältigung der elterlichen Erkrankung“, berichtet Kunsttherapeutin Marlies Doehler-Bischoff.
Das Haus Leben Leipzig finanziert sich maßgeblich aus Spenden und hat sich aus diesem Grund bei dem MaleLE-Kuratorium gemeldet und das Projekt „Friesennest“ vorgestellt. Mit dem Verkauf von drei MaleLE!-Bildern kann das therapeutische Team zum Beispiel ein Kind einen Nachmittag im „Friesennest“ unterstützen und begleiten. Eine wichtige und hilfreiche Entlastung für das Kind und die ganze Familie.
r.
