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Mirador / Foto: Privat

Stein auf Stein in Chocruz - 19.01.12

Mirador“ kommt aus dem spanischen und bedeutet „schöne Aussicht“ – und genau diese Aussicht auf eine bessere Zukunft, mit Bildung und Gesundheit möchte auch der gleichnamige gemeinnütziger Verein in Leipzig der Bevölkerung in Guatemala ermöglichen. Im Juli 2010 wurde Mirador e.V. ins Leben gerufen. Seither verfolgen die Mitglieder das Ziel, lebensverbessernde Projekte in der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern zu fördern, zu organisieren und durchzuführen sowie Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Mit ihrem aktuellen Projekt hat sich der Verein auch an MaleLE! gewandt: Es geht um die Errichtung einer Ausbildungs- und Notfallambulanz in Chocruz. Die entwicklungsarme und infrastrukturell schlecht erschlossene Gemeinde liegt im nordwestlichen Bergland Guatemalas. Der Zugang zu medizinischen Einrichtungen ist im Besonderen für Bewohner der ländlichen Regionen schlecht ausgebaut. Darunter leiden besonders die Jüngsten in diesen Regionen, die täglich mit Diarrhö, Masern, Windpocken, chronischen Atemwegserkrankungen und anderen akuten Infektionskrankheiten zu kämpfen haben.

Den Einwohnern von Chocruz liegt die Behandlung ihrer Kinder am Herzen. Recherchen vor Ort ergaben, dass viele Frauen aus der Region nicht selten bis zu acht oder mehr Kinder gebären. Dabei stehen ihnen selten ein Arzt oder eine Hebamme zur Seite, so dass eine hohe Säuglings- und Müttersterblichkeit die Folge ist.

Das soll sich ab Mai 2012 ändern, denn dann wird die Ambulanz ihren Betrieb aufnehmen und die medizinische Grundversorgung vor Ort sicherstellen. Die Behandlungsstation soll Anlaufpunkt für Mütter und Kinder sein und als Beratungs- und Bildungszentrum für die dort lebende Bevölkerung dienen.

In Kooperation mit dem gemeinnützigen, guatemaltekischen Verein Asociacion manos abiertas werden derzeit zwei Hebammen ausgebildet, die im kommenden Jahr ihre Arbeit in der Ambulanz aufnehmen werden. Sie stammen direkt aus der Gemeinde Chocruz. Als Einheimische genießen sie das Vertrauen der Bevölkerung und sprechen neben Spanisch auch die ortsübliche Sprache Quiché.

Studenten der Hochschule Anhalt entwickelten einen architektonischen Entwurf für die Ausbildungs- und Notfallambulanz. Sie werden gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern von Mirador und den Bewohnern von Chocruz das Gebäude zwischen Februar 2012 und Mai 2012 in Guatemala Stein auf Stein errichten.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Einnahmen aus Veranstaltungen sowie dem Verkauf von guatemaltekischen Produkten und Mirador-Merchandising-Artikeln. Für den Bau der  Krankenstation und die Ausbildung der Hebammen werden einmalig 55.000 € benötigt. Danach betragen die jährlichen Kosten für medizinisches Personal, Medikamente, medizinische Ausstattung, Instandhaltung etwa 27.000 €.

Der Erlös eines verkauften MaleLE!-Kunstwerkes bezahlt den Tageslohn eines Arztes vor Ort. Mit seiner Hilfe können 35 Kinder in Zentralamerika an diesem Tag mit einer lebensnotwendigen Schutzimpfungen versorgt werden.

r.